Kloster Zella
Kloster Zella
Ev. Heimstätte Kloster Zella e.V.
Ev. Heimstätte Kloster Zella e.V.

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Historiker vermuten eine Gründung des Klosters um oder sogar weit vor 1100 als Doppelkloster (Männer und Frauen). Ursprünglich besaß das Kloster den Beinamen "Friedensspring", entsprechend der Friedaquelle, die bei dem Kloster entspringt. Das monastische Leben ordnete sich nach der "Regula Benedicti". In der ältesten noch vorhandenen Urkunde von 1215 ist es nur noch als Frauenkloster erwähnt. Als zuständige Primarabtei wird Hersfeld oder Fulda vermutet. Die Pröpste entstammten jedoch mehrheitlich dem Benediktinerkloster Gerode im Südharz.

Kloster Zella schloss sich der Klosterreformbewegung der Bursfelder Kongregation an, die im 15. Jahrhundert Klöster weit über die Region geistlich einte.

Der Bauernkrieg zog das Kloster nur unwesentlich in Mitleidenschaft. 1525 wurde das Kloster geplündert aber nicht zerstört. In Folge der Reformation verließen jedoch alle Konventualinnen das Kloster und es verblieb allein die Priorin, die sich der Lehren Luthers verbunden fühlte. 

1622 erhielt der Konvent des Klosters den Auftrag ein Benediktinerinnenkloster in Fulda aufzubauen. Dieses existiert bis heute!

Zwischen 1632 und 1648 wurde das Kloster mehrfach von Braunschweiger Truppen, Mühlhäusern und Schweden zerstört und geplündert. Die Äbtissin Dorothea Schmidt erwarb sich in dieser Zeit ein hohes Ansehen, da sie die Einwohner der Klosterdörfer vor dem Verhungern durch Freigabe der Klostergüter und Waldnutzung bewahrte. Äbtissin Dorothea Schmidt wandte sich zugleich gegen den zu hohen Einfluss der Jesuiten und versuchte mit dem Geröder Propst benediktinische Tugenden ("Ora et labora") für das gemeinsame Leben im Kloster wieder zu beleben.

Im Zuge kirchenfeindlicher Bestrebungen musste im Jahre 1772 die Pfarrei Struth abgeben werden und mit dem Reichsdeputationshauptschluß wurde 1802 das Ende des Klosters eingeleitet. Neue Novizinnen und Konventualinnen durften nicht aufgenommen werden und zugleich wurden hohe Abgaben an das französisch regierte Fürstenhaus in Westphalen entrichtet.

Mit dem Dekret der preußischen Regierung vom 13. Mai 1810 wurde die Auflösung des Klosters gegen den Protest aller im Kloster lebenden Konventualinnen vollzogen. Der Grundbesitz ging an Wilhelm Lutterodt und Wilhelm Röbling aus Mühlhausen, die nicht nur die Kirche entweihten, in dem sie diese als Stall und Wagenhalle missbrauchten, sondern die vier Jahrzehnte später auch die bedeutsame Eichfelder Wallfahrt auf dem Annaberg verhinderten und die Wallfahrtskapelle abreißen ließen. Der Altar des Klosters wurde in der St. Ägidien-Kirche zu Heiligenstadt wieder aufgebaut und ist damit erhalten. Wenig später übernahm die Familie Freiherr von Fries das Kloster, der nach einem Brand 1908 die Kirche wieder aufbaute und Turm und Absis erneuerte.

Mit der Bodenreform vom 10.09.1945 wird der Kirchenleitung der Kirchenprovinz Sachsen das Kloster rechtskräftig übergeben. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche hatte den Auftrag, ein Alters- und Rüstzeitheim einzurichten.

Seit November 1949 werden in der Kirche wieder Gottesdienste gefeiert.

Nach umfangreichen Aufräumungs- und Sanierungsarbeiten konnten am 15.07.1949 die ersten Heimbewohner einziehen. Ab 1951 wurde mit der Sanierung begonnen.

Mit der Wende öffnete sich auch das romanische Torhaus von Zella wieder für alle Besucher.

Das Rund des Klosterhofes zeigt sich mit seinen gepflegten Fachwerkhäusern und wird durch die Grün- und Blumenanlagen belebt. Der größte Teil der Gebäude stammt aus dem Jahr 1603. In der einschiffigen romanischen Kirche St. Nikolaus werden auch heute noch Gottesdienste gehalten (evangelisch und katholisch).

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© Ev.Heimstätte Kloster Zella e.V. [2017-06-19]